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Sommerpause!

Das erste Halbjahr ist Geschichte. Viel haben wir erfahren, erlebt und gelernt im Jubiläumsjahr der SART, aber seht selbst:

Gratulationen, Weiterbildungen, Einblicke in Arbeiten und ganz viel mehr durften wir lesen. Herzlichen Dank.

 

Und das erwartet Euch im 2. Halbjahr:

Der 12. GOTS- Schweiz Sommerkongress steht vom 24.-25. August in der Agenda, auf den ersten Sport Medical Performance Day am 29. September und auch auf den alljährlichen SSMT Kongress am 24. Oktober während der Swiss Indoors dürfen wir gespannt sein.

 

Wir wünschen Euch einen wundervollen Sommer, gute Erholung und freuen uns über ein Wiedersehen am 14. August!

Sommerliche Grüsse und auf bald!

Eure SART

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Praxisentwicklung in der (Physio-) Therapie am Beispiel der Bewegungsförderung im Akutspital

Seit April 2017 gibt es am Universitätsspital Basel erstmals die Stelle "Leiter Praxisentwicklung Therapien". Peter Suter, Physiotherapeut und fachlicher Beirat der SART besetzt diese Stelle und ist daran die Praxisentwicklung in den Therapien zu etablieren.

Das Konzept und die Methodologie der Praxisentwicklung wird am Universitätsspital Basel seit vielen Jahren in der Pflege angewandt. Mit der Schaffung der Stelle "Praxisentwicklung Therapien" wird dies nun auf die Therapien -Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie - ausgeweitet.

 

Praxisentwicklung/PE (Practice Development/PD auf Englisch) begann in den 1980er Jahren im Pflegeberuf in England mit dem Ziel, die Pflege personenzentriert zu gestalten. Der Patient/Mensch soll dabei mit seinen Bedürfnissen ins Zentrum gestellt werden. Um die steigenden fachlichen Anforderungen an eine effektive und effiziente Leistungserbringung zu gewährleisten, sind Strategien und Prozesse notwendig, die alle am Patientenprozess Beteiligten einbinden und die Nachhaltigkeit der Veränderung sicherstellen (Manley & McCormack, 2003, Frei 2012).

 

Praxisentwicklung bezieht sich auf die kritische Sozialtheorie, die besagt und davon ausgeht, dass Menschen lernen und wachsen wollen. Dazu ist notwendig, dass sie, die Mitarbeitenden, aufgeklärt sind über ihre Möglichkeiten (Enlightenment), ermächtigt im Sinne von Fachlicher-, Sozialer- und Führungskompetenz (Empowerment) und emanzipiert im Sinne von Bewusstsein und Nutzen der Möglichkeiten der eigenen Rollen und Tragen der Verantwortung (Emanzipation). (Freire P 1972, Habermas J 1979, Harden J 1996,)

 

Nach McCormack, Manley und Titchen (2013) strebt Praxisentwicklung eine personenzentrierte und patientenorientierte Kultur an (person-centred cultures). Dies beginnt mit dem Erarbeiten einer Vision und Klarheit über gemeinsame Werte (shared values and visions). Der Prozess dorthin (transforming individuals and context of care) beginnt mit der Evaluation des gegenwärtigen Zustandes und beinhaltet Methoden, Prozesse und Werkzeuge, die dem Team, dem Mitarbeiter helfen dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen. Dazu braucht es zwei Schlüsselstrategien: Authentisches Engagement (Autentic engagement) und Befähigung des aktiven Lernens (Facilitated active learning).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Garbett & McCormack (2002)

Am konkreten Projekt am Universitätsspital Basel «Bewegungskompetenz und Mobilität fördern» kann aufgezeigt werden wie Praxisentwicklung angewandt wird. Im Auftrag der Pflegemanagementkonferenz des Universitätsspital Basel hat ein interprofessionelles Team aus Pflege und Physiotherapie eine Ist-Erhebung durchgeführt: Mittels Interviews bei Patienten, Pflegenden, Physiotherapeuten und Ärzten wurde der Frage nachgegangen, was die Mobilität von Patienten im Akutspital fördert oder hemmt. 

 

Folgende Bereiche konnten identifiziert werden: Motivation, Wissen, Angebot und Gesundheitszustand. Das Engagement des Personals und die Eigenmotivation sind fördernde Faktoren. Fehlendes Wissen zu der Bedeutung von Bewegung und Folgen von Immobilität sowie unklare Kenntnisse zum Mobilitätsgrad hemmen. Ein vergrössertes Angebot an Physiotherapie, Bewegungsprogrammen und Hilfsmittel zu Mobilisation oder Geräte werden als fördernd betrachtet. Hemmend sind unklare Tagespläne, Wartezeiten und die fehlende Zeit des Personals. Der aktuelle Gesundheitszustand, Ängste und Unsicherheit des Patienten sind wichtige hemmende Faktoren ebenso Katheter oder Infusionen. Eine gute Analgesie ist ein häufig genannter Punkt, welcher Bewegung fördert. 

 

Diese Resultate wurden den Berufsgruppen wieder vorgelegt und Feedback eingeholt. Die Kerngruppe hat Arbeitsfelder priorisiert und interprofessionelle Arbeitsgruppen gebildet, die alle Beteiligten, so auch IT, Bau, Hotellerie oder Materialbeschaffung einbezieht.  

 

Wichtig im ganzen Prozess der Praxisentwicklung ist, dass die Beteiligten an der Basis von Anfang an einbezogen sind, also nicht nur Top-down sondern viel mehr Bottom-up.

Das Konzept der Praxisentwicklung beinhaltet viele Methodologien, welche auch in der Physiotherapie angewandt werden können um die fachliche und organisatorische Entwicklung voranzubringen.

 

Peter Suter

Leiter Praxisentwicklung Therapien

Universitätsspital Basel

peter.suter@usb.ch

 

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Für mehr Informationen sei auf das Buch "Praxisentwicklung in der Pflege" (McCormack, B., Manley K., Garbett, R. (Hrsg.), [Deutsche Ausgabe: Frei, I.A., Spirig, R.] Bern: Huber) verwiesen oder die Enhancing Practice Conference

Diese findet dieses Jahr, erstmals in der Schweiz, vom 22.-24. August in Basel statt. Healthcare professionals aus der ganzen Welttreffen sich um über ihre Erfahrungen mit Praxisentwicklung zu berichten und Erfahrungen auszutauschen. Weitere Informationen findet ihr hier

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Activdispens: Bewegen trotz Sportdispens

Bewegungsmangel ist ein Risikofaktor für chronische Krankheiten und eine Herausforderung für das Gesundheitssystem. ACTIVDISPENS® bietet Sportlehrpersonen ein Instrument, um teilzeitdispensierte Kinder und Jugendliche korrekt und in angepasstem Rahmen aktiv in den Schulsport zu integrieren.  Ziel des Projekts ist das Durchbrechen von Inaktivität und Immobilisation von Kinder und Jugendlichen während einer Verletzungs- oder Krankheitsphase. Lisa Runge und Guido Perrot stellen Activdispens vor, das Schweizer Bewegungsprogramm, das von der SART mit-initiiert wurde.

 

 

Mit dem Fortschritt der Medizin und den besseren Hygienestandards hat sich die Haupttodesursache in den westlichen Ländern in Vergleich zum Mittelalter verändert. Heutzutage zählen die nicht übertragbaren Krankheiten (auch bekannt als chronische Krankheiten oder noncommunicable diseases, NCD) zu den häufigsten Todesursachen der Schweizer Bevölkerung. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) leiden 2,2 Millionen Menschen in der Schweiz an NCDs ; das entspricht einem Viertel der Bevölkerung.

 

Aufgrund von aufwendigen, teuren und vor allem zeitlich unbestimmt langen Therapien stellen chronische Krankheiten eine große Herausforderung für die Ökonomie und Gesundheit der westlichen Gesellschaft dar.

Das BAG berichtet des Weiteren, dass allein 2011 die Behandlung der fünf häufigsten NCDs 25,6 Milliarden Franken kostete, was rund 40 % der direkten Schweizer Gesundheitskosten entspricht.

 

Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes mellitus und chronischen Atemwegserkrankungen zählen auch die Erkrankungen des Bewegungsapparates dazu.

 

Bestimmte Risikofaktoren verstärken und beschleunigen diese Zustände. Ein ungesunder Lebensstil und mangelnde Bewegung gehören zu den größten Risikofaktoren.

 

Bewegen trotz Sportdispens als Motivation, Prävention und Heilungsunterstützung. Auf der Tafel sind die Übungen bildlich dargestellt:

Übungskatalog

 

Der Übungskatalog ist in zwei Hauptkategorien eingeteilt: (1) Verletzungen und (2) Krankheit.

 

Die Kategorie "Verletzungen" teilt sich in drei weitere Unterkategorien auf:

  • untere Extremität
  • obere Extremität und
  • Rumpf (je nach Art der Verletzung zusätzlich betroffene Extremität nicht einbeziehen)

 

Die Kategorie "Krankheit" unterteilt sich in die sechs Unterkategorien

  • Kopfschmerzen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Unwohlsein
  • unspezifische Rückenschmerzen
  • Erkältung ohne Fieber und 
  • Allergien

 

Jede Übung ist bestimmten Konditionsfaktoren bzw. der Koordination oder der Entspannung zugeordnet.

 

Im folgenden Link könnt Ihr euch vertieft informieren. Mehr zu Activdispens findet ihr hier.

 

 Anmerkung: ACTIVDISPENS® ist eine geschützte Marke. 

Lisa Runge

 

M.Sc.candidate

ZHAW Winterthur 

info@activdispens.ch

Guido Perrot

 

Leiter Therapie USB

Präsident der SART

guido.perrot@usb.ch

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Physiopaedart Symposium

Conny Neuhaus und Christine Wondrusch mit einem knackigen Rückblick zum diesjährigen Physiopaedart Symposium von Ende Mai in Basel.

Am Dienstag, 29.05.2018 fand das 7. PhysiopaedArt Symposium mit neuem Teilnehmerrekord statt!

Über 100 Personen aus der ganzen Schweiz lauschten am Morgen gespannt den abwechslungsreichen Referaten zu, die uns quer durch die pädiatrische Physiotherapie führten. Wir hüpften von den Besonderheiten der Halswirbelsäule (HWS) zu den neuromuskulären Erkrankungen, von dort ging es mit einem Sprung zur pädiatrischen Pharmakologie und weiter zu den radiologischen Möglichkeiten in der Pädiatrie. Der Weg ging wieder zurück zur HWS und den Guidelines zum Plagiocephalus der Endspurt war dann das Update über die Tumor-Orthopädie. 

 

Beim Lunch gab es viel zu diskutieren, war es doch fast wie an einem Klassentreffen, da sich in der Zwischenzeit schon so viele kennen und sich auf ein Wiedersehen freuen.

 

Am Nachmittag konnten alle TeilnehmerInnen drei "Meet the Expert" Angebote besuchen, die sie sich ausgewählt hatten. Aus folgendem Angebot konnte man die Wahl treffen: klinische praktische Fälle aus der Neurologie und muskuloskelettale Beispiele, Bewegungsqualität bei Säuglingen anhand der General Movements, Besuch im anatomischen Institut und Studium des Nervensystems am menschlichen Präparat, Behandlung des Plagiocephalus und was muss man bei einer neurologischen Untersuchung alles beachten?

 

Das Symposium konnte nach einem kurzen Schlussbouqet pünktlich beendet werden, kaum jemand musste schon eiligst nach Hause, aber dafür schnell zum Apéro, der im UKBB Garten bei schönstem Wetter stattfand.

 

Es wurde fleissig weiter diskutiert, mit Basler Bier angestossen, gelacht und berichtet.

 

Wir freuen uns jetzt schon auf das 8. Physiopaedart-Symposium, welches am Donnerstag, 23. Mai 2019 in Basel stattfinden wird.

 

Herzliche Grüsse

Leitung Therapien UKBB

Conny Neuhaus und Christine Wondrusch

Masterarbeit zu Gangmustern von Jan-Arie Overberg

Wir gratulieren! Jan-Arie Overberg, fachlicher Beirat der SART, hat seine Masterarbeit erfolgreich verteidigt. Er untersuchte ein Laufband mit integrierter Druckmessplatte und analysierte die Wiederholbarkeit der Messungen auf diesem System anhand von Raum-Zeit- und Bodenreaktionskraft-Parameter.

Diese Laufbänder werden oft verwendet, um Veränderungen in Gangmustern - aufgrund von Krankheiten und Verletzungen oder in der Rehabilitation zur Verlaufskontrolle - zu untersuchen. Unterstützt wurde Jan-Arie Overberg durch die fachlichen Beiräte der SART,  Dr. Corina Nüesch, Dr. Annegret Mündermann, Dr. Geert Pagenstert, und Prof. Hermann Schwameder, Uni Salzburg. 
Die Untersuchungen wurden im Universitätsspital Basel,  im Basel Functional Biomechanics Labortary,  durchgeführt.
Weitere Informationen
Jan-Arie Overberg
Die Erkenntnisse von Jan-Arie-Overberg und Team findet Ihr hier in der Zusammenfassung (PDF in englisch)
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Artikel im Gait & Posture (in englisch)
Jan-Arie Overberg, PT, Sportphysiotherapeut MSc
Repeatability of spatiotemporal, plantar
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