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"Fingerkrafttraining für Kletterer: Anleitung zur Verwendung eines Trainingsboards".

 

Ein Blog unseres Partners Thieme, von Eva López-Rivera.

 

 

Wer sich beim Klettern verbessern möchte, muss seine Fingerkraft trainieren. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die erfahrene Kletterin Eva López-Rivera erklärt, was man beim Training mit dem Hangboard beachten muss. 

 

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Fingerkrafttraining für Kletterer: Anleitung zur Verwendung eines Trainingsboards


 

Ein Blog unseres Partners Thieme, von Eva López-Rivera.

 

Wer sich beim Klettern verbessern möchte, muss seine Fingerkraft trainieren. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die erfahrene Kletterin Eva López-Rivera erklärt, was man beim Training mit dem Hangboard beachten muss. 

 

 

 

 

Einleitung

 Die Hände sind wohl das Erste, was einem beim Thema Klettern in den Sinn kommt, und in diesem Fall wird der gesunde Menschenverstand tatsächlich durch die wissenschaftliche Evidenz gestützt – zum Klettern braucht man kräftige Finger.

 

Abgesehen von der zu erwartenden Voreingenommenheit der Kletterer in dieser Angelegenheit gibt es eine Unmenge an Fachliteratur zu diesem Thema. Muss die Fingerkraft spezifisch trainiert werden? Sollte es nicht ausreichen, einfach nur zu klettern?

 

Wenn wir die erste Frage mit Ja beantworten, stellt sich uns eine weitere Frage: Wenn wir schon unsere Finger beim Klettern einem gewissen Verletzungsrisiko aus-setzen, ist es da wirklich sinnvoll, sie durch spezielle Trainingsmethoden und -geräte zusätzlich zu belasten? Im Folgenden werden wir versuchen, diese und andere Fragen zu beantworten.

 

Fingerkraft und Steigleistung

Wie in entsprechenden Untersuchungen gezeigt wurde, verfügen sowohl Profi- als auch Hobbykletterer über eine größere maximale Greifkraft als Nichtkletterer [2][6].

 

Ein unmittelbarer Zusammenhang besteht auch zwischen der maximalen Greifkraft und der Kletterfähigkeit [13] bzw. zwischen der erhöhten Ermüdungsresistenz der Fingerflexoren und der Steigleistung [5], welche die Autoren daher zu den wichtigsten Prädiktoren für die Kletterleistung zählen.

 

In praktischer Hinsicht hängt der Schwierigkeitsgrad einer Kletterroute teilweise von der Form und Tiefe ihrer Griffe ab, die häufig nur eine Phalanx (Fingerglied) oder weniger tief sind. Aber auch tiefere Griffe erfordern eine enorme Fingerkraft, wenn sie sich in einer sehr steilen oder über-hängenden Route befinden. Daneben gibt es noch weitere

re Faktoren, die verständlich machen, warum ein Kletterer eine hohe Greifkraft haben muss, z. B. die Beschaffenheit der Tritte und der Abstand zwischen den Griffen.

 

Fingerkraft und Verletzungsprävention

Fingerverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen beim Felsklettern [18]. So stellt sich natürlich die Frage, ob und wie man diesen Verletzungen vorbeugen könnte. Was wir dazu brauchen, sind aktuelle Forschungsergebnisse zu dieser Art von Verletzungen, z. B. zu den Risikofaktoren. Kritische Reviews aus jüngerer Zeit [7][14][16][17] haben gezeigt, dass

 

  • bei Kletterern die Prävalenz von chronischen Beschwerden aufgrund von Überbelastung höher ist als die von       akuten Verletzungen und dass
  • zunehmendes Alter, Klettererfahrung (in Jahren) und höhere Kletterintensität zu den Risikofaktoren zählen.

Andererseits konnte nachgewiesen werden, dass je nach Sportart und Interventionsmethode die Verletzungsrate um 54–65 % gesenkt werden kann [15].

Der einfachste und effektivste Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist das Krafttraining [11]. Untersuchungen der Knochen [8] und des Bindegewebes von erfahrenen Kletterern (Flexorsehnen, Ringbänder, Kollateralbänder und Gelenkkapseln) [19] haben gezeigt, dass regelmäßige Belastung zu langfristigen Adaptionen führt [4]. Aus diesem Grund wurde die Vermutung geäußert, dass im Hinblick auf die Verletzungsgefahr eine dauerhafte geringere Belastung ein Risikofaktor sein könnte [10].

 

Alles in allem spricht nichts dagegen und vieles dafür, dass Fingertraining auf dem neuesten methodologischen Stand und bei angemessener Periodisierung dazu beitragen kann, Fingerverletzungen vorzubeugen.

 

Abb. 1 Das Trainingsboard Transgression hat Eva López entwickelt. Die Leisten haben eine Breite von 6–18 mm und ermöglichen so ein systematisches Training der Fingerkraft. (Quelle: © E. López)

 

Trainingsboard: Wem kann es empfohlen werden?

Das wohl beliebteste Trainingsgerät der Kletterer ist das sogenannte Trainingsboard (manchmal auch als Hang- oder Fingerboard bezeichnet, ▶Abb. 1, ▶Abb. 2).

 

An ihm können Übungen wie Dead Hangs oder das Hängen an schmalen Leisten trainiert werden [20]. Wie lange ein Kletterer maximal ohne Unterbrechung an einer Leiste hängen kann, ist ein guter Prädiktor für seine Hand-Arm-Kraft und Ausdauer und somit für seine Steigleistung [2][12][13].

 

 

Es müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein, bevor mit diesem spezifischen und sehr intensiven Training begonnen werden kann:

 

  • Der Kletterer sollte mehr als zwei Jahre systematisch geklettert und trainiert haben. Systematisch bedeutet hier, mit einer gewissen Konstanz und Regelmäßigkeit 2–3-mal pro Woche zu trainieren oder zu klettern; dies gilt insbesondere für das letzte Jahr, da die meisten Kletterer während der ersten Jahre die Ausübung ihres Sports eher „locker“ angehen. Diese Voraussetzung muss auch deshalb erfüllt sein, weil sich zwar die Muskeln innerhalb weniger Monate an die sportartspezifischen Anforderungen anpassen können, andere anatomische Strukturen wie Gelenkkapseln und -knorpel, Sehnen und Bänder für Adaptionen jedoch mitunter mehrere Jahre brauchen [4]. Nach unserer Erfahrung und laut der Fachliteratur dauert es 2–3 Jahre, bis Dead Hangs sicher und gefahrlos möglich sind.

  • Der Kletterer sollte über ein durchschnittliches technisch-taktisches Repertoire verfügen. Wenn nicht viel Zeit für das Training zur Verfügung steht, besteht die Gefahr, dass zugunsten des spezifischen Fingertrainings die Arbeit an der Klettertechnik vernachlässigt wird. Technische Fortschritte können durch Training in der Sporthalle erzielt werden und sind gerade in den ersten Jahren enorm wichtig.

  • Der Kletterer sollte 16 Jahre oder älter sein, das heißt, es sollten keine Wachstumsschübe mehr zu erwarten sein. Es besteht ein Zusammenhang zwischen intensivem Fingertraining bzw. der Anwendung des aufgestellten Griffs (Crimp Grip) vor der Pubertät und der Inzidenz von schweren Verletzungen wie epiphysären Frakturen und früher Osteoarthritis [3][9].
    Die gefährlichste Phase ist der Wachstumsschub, der bei Mädchen im Alter von 11–12 Jahren und bei Jungen im Alter von 13–14 Jahren stattfindet. Das er-höhte Verletzungsrisiko bleibt bestehen, bis sich die Wachstumsfugen geschlossen haben.

  • Der Kletterer sollte verletzungsfrei sein.  Leichtere Verletzungen brauchen mindestens 2 Monate, um zu verheilen; bei schwereren Verletzungen kann es 6 Monate oder länger dauern. Sobald die subakute Phase vorbei ist und das Rekonditionierungstraining beginnt, sind Dead Hangs jedoch nicht zwangsläufig ausgeschlossen. Mithilfe eines erfahrenen Physiotherapeuten kann der Kletterer ein systematisches Übungsprogramm absolvieren und unterstützte Dead Hangs (mit Gummibändern oder Seilzug) an tiefen abgerundeten Griffen üben. Bei diesen Trainingsprogrammen handelt es sich jedoch ausdrücklich NICHT um die Programme, die in diesem Text empfohlen werden.

  • Die Fingerkraft des Kletterers darf nicht zu gering sein. Sie kann mithilfe des folgenden Tests bewertet werden: Kann der Kletterer 15 Sekunden lang an einem 25 Millimeter (anderthalb Fingerglieder) tiefen Griff hängen, ist er bereit, seine Greifkraft durch Dead Hangs zu trainieren. Ein Testergebnis von weniger als 15 Sekunden deutet darauf hin, dass in diesem Stadium das Klettern an sich schon stimulierend genug ist und Trainingsübungen wie Dead Hangs nicht erforderlich sind.

Abb. 3 Um beim Dead Hang am Trainingsboard nicht zu schaukeln, stellt man sich zunächst so hin, dass der Körperschwerpunkt sich genau unterhalb des Griffs befindet. Anschließend spannt man die Rumpfmuskulatur an und winkelt schließlich die Knie so an, wie man es als angenehm empfindet. (Quelle: © Eva López-Rivera; graf. Umsetzung: Thieme)

 

Richtlinien für eine effiziente Technik

Es gibt nicht die eine „perfekte Technik“, die jeder Kletterer erlernen sollte. Im Einzelfall hängt die optimale Technik sowohl von Umweltfaktoren als auch von individuellen Faktoren ab, z. B. Anthropometrie, Körperhaltung, Trainingserfahrung und anderen. Es gibt jedoch einige grundsätzliche Richtlinien, um die Hängetechnik effizienter und sicherer zu machen:

 

  • Griffweite: schulterbreit oder ein wenig breiter

  • Schaukeln vermeiden: Stellen Sie sich unter dem Griff oder knapp davor auf; legen Sie die Hand auf den Griff und bewegen Sie sich vorwärts, bis sich Ihr Körperschwerpunkt genau unterhalb des Griffs befindet; verlagern Sie das Körpergewicht von den Füßen auf die Hände, spannen Sie die Körpermitte an; ziehen Sie dabei den Bauch ein und winkeln Sie die Knie so weit an, wie Sie es als angenehm empfinden. ( Abb. 3)

  • Die Ellbogen bleiben gestreckt und zeigen nach innen: Hängen mit gebeugten Ellenbogen ist ineffizient, weil es die entsprechenden Muskeln und Gelenke unnötig belastet –  es sei denn, man will die Ellenbogenflexoren trainieren.

  • Die Ellbogen nicht auseinanderspreizen: Das Nachlassen der Außenrotation und das Anheben der Ellbogen im „Hühnerflügel“-Stil ist ein biomechanischer Trick, um Ermüdung oder eine zu hohe Belastung zu kompensieren.
    Dieser Trick kann gelegentlich als Notlösung sinnvoll sein, sollte jedoch nicht zur Gewohnheit werden, da er langfristig zu lateraler Tendino-pathie, Ulnariskompression oder Nackenschmerzen führen kann.

  • Aktives Hängen: Beim aktiven Hängen werden bestimmte Schultermuskeln eingesetzt (vor allem der untere Teil des M. trapezius), um passive Strukturen wie Gelenkkapseln und Bänder zu entlasten. Körperspannung und die Atemkontrolle sind ebenfalls wichtig.

  • Ausrichtung des Kopfes: Ein gelegentlicher kurzer Blick auf die Hände ist unproblematisch, aber der Hals sollte nicht länger überstreckt bleiben als nötig, da diese Position zu Beschwerden führen kann.

 

Grundlegende Trainingsmethodologie

Erstbewertung und Zielsetzung

Welche Methode und Periodisierung für das Training am Board gewählt wird, hängt von zwei Faktoren ab: zum einen davon, wie individuelle Eigenschaften wie Trainingserfahrung, Alter, Verletzungsvorgeschichte oder Fingerkraft bewertet werden; zum anderen davon, welche Ziele erreicht werden sollen. Soll beispielsweise nur eine einzelne Griffart wie der halb aufgestellte oder der offene Griff verbessert werden, oder sollen beide Griffe gleichermaßen trainiert werden? In letzterem Fall ist natürlich mehr Training erforderlich, und die beiden Griffe werden sich weniger stark verbessern als bei einem Training, das sich aus-schließlich auf eine einzige Griffart konzentriert.

 

Trainingsbelastung bei Dead Hangs

Die angemessene Belastung ergibt sich aus der Kombination zweier Faktoren: dem Umfang (Anzahl der Sets) und der Intensität einer Übung und den Erholungspausen zwischen den einzelnen Sets. Die Intensität wird durch die Hänge-dauer und den zeitlichen Spielraum bis zum Muskelversagen bestimmt. Im Folgenden werden verschiedene Trainingsmethoden beschrieben, die sich aus den Interaktionen dieser Variablen ergeben.

 

Maximales Hängen (MaxHangs)

Diese Methode dient der Maximierung der Greifkraft. Dies geschieht in erster Linie durch neurale Adaptionen, die durch eine hohe mechanische Zugbelastung induziert werden. Im traditionellen Gewichttraining muss sich die Überbelastung mit der Anzahl der Wiederholungen pro Set decken. Jede Trainingsmethode des Dead Hangs ist denselben Einschränkungen unterworfen, aber es gibt zwei Möglichkeiten, mit diesen Einschränkungen umzugehen:

 

  • Maximales zusätzliches Gewicht (MAW). Die Intensität wird durch zusätzliches Gewicht erhöht (das für ge-wöhnlich an einem Gürtel befestigt wird), während die Griffgröße oder die Leistentiefe gleich bleiben. Wie viel Gewicht hinzugefügt wird, hängt von der an-visierten Hängedauer und dem zeitlichen Spielraum vor dem Muskelversagen ab. Im Allgemeinen ist es ratsam, mit einer Leistentiefe von ungefähr einer Fingerbeere (18–20 mm) zu beginnen und die Leisten-tiefe erst dann zu verringern, wenn bei der ursprünglichen Tiefe die Greifkraft nur noch durch eine unpraktikable Menge an zusätzlichem Gewicht verbessert werden könnte.

  • Minimale Leistentiefe (MED). Die Größe oder der Schwierigkeitsgrad des Griffs wird verändert, wobei eine Leistentiefe oder – im Fall eines Auflegers (Sloper) – ein Winkel gewählt wird, der es ermöglicht, die gewählte Hängedauer und den zeitlichen Spielraum bis zum Muskelversagen einzuhalten.

Bei dieser Trainingsmethode ist die Intensität üblicherweise hoch (80 % und mehr) und die Hängedauer kurz, wobei immer ein Puffer bis zum Muskelversagen eingeplant werden muss. Die Pausen müssen so lang sein, dass eine voll-ständige Erholung möglich ist (▶Tab. 1).

 

Intermittierendes Hängen (IntHangs) und submaximales Hängen (SubHangs)

Diese Trainingsmethoden erhöhen nicht nur die Muskelausdauer, sondern bewirken auch eine Kräftigung der Muskeln, vermutlich aufgrund von Hypertrophie, die auf das Zusammenwirken von zwei Faktoren zurückzuführen ist: mechanische Zugbelastung und metabolischer Stress [12]. Die Intensität liegt bei 70–80 %, der zeitliche Spielraum oder Puffer für jedes Set ist vernachlässigbar. Die Erholungspausen zwischen Wiederholungen und Sets sind streng genommen zu kurz, aber lang genug, um das gewünschte Intensitätsniveau aufrechtzuerhalten (▶Tab. 1).

 

Bestimmung der optimalen Belastung

Das Management oder die Steuerung der Belastung ist der wichtigste Aspekt des Trainings. Um die gewünschten Trai-ningsziele zu erreichen und Verletzungen zu vermeiden, muss nicht nur die Gesamtbelastung einer Trainingssession angemessen veranschlagt werden, sondern auch die Belastung für jedes Set und jede Wiederholung.

 

Ein Beispiel: Bei 2–3 Aufwärmsätzen hat ein Kletterer fest-gestellt, dass er 10 Kilogramm Zusatzgewicht für eine Übungsreihe von vier 10-sekündigen Sets mit einem Puffer von 2 Sekunden verwenden sollte. Bei den ersten beiden Sets gibt es keine Probleme, aber das dritte Set endet fast mit einem Muskelversagen. Daher muss er die Belastung für das vierte Set reduzieren. Umgekehrt gilt, dass das zusätzliche Gewicht gesteigert werden kann, wenn sich der Puffer länger anfühlt, als er ursprünglich geplant war. Bei der MED-Variante kommt dieselbe Strategie zum Einsatz, nur eben bezogen auf die Veränderung der Leistentiefe.

 

▶ Tab. 2 und ▶Tab. 3 enthalten auf Forschungsarbeiten [12][13] basierende Vorschläge für die wöchentliche Pe-riodisierung von Umfang und Intensität.

 

Beispiel eines Wochenplans für das Training an einem Board für Kletterer mit geringer bis hoher Fingerkraft


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Thema:

"Tipps bei Problemen mit der Achillessehne".

 

Ein Blogbeitrag unseres Partners NUMO.

 

 

Kennen Sie die Geschichte von Achilleus aus der griechischen Mythologie?

 

Der Sagenheld galt als unbesiegbar und hatte nur eine Stelle, an der er verwundbar war: die Ferse. Daher wird eine Schwachstelle im heutigen Sprachgebrauch die „Achillesferse“ genannt. Und daher hat die Achillessehne ihren Namen.

 

Es handelt sich um die stärkste Sehne in unserem Körper. Und trotzdem ist sie anfällig für Verletzungen und chronische Beschwerden. So stark und doch so schwach – die “Achillesferse” eben.

 

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Tipps bei Problemen mit der Achillessehne

Ein Blogbeitrag unseres Partners 



Kennen Sie die Geschichte von Achilleus aus der griechischen Mythologie?

 

Der Sagenheld galt als unbesiegbar und hatte nur eine Stelle, an der er verwundbar war: die Ferse. Daher wird eine Schwachstelle im heutigen Sprachgebrauch die „Achillesferse“ genannt. Und daher hat die Achillessehne ihren Namen.

 

Es handelt sich um die stärkste Sehne in unserem Körper. Und trotzdem ist sie anfällig für Verletzungen und chronische Beschwerden. So stark und doch so schwach – die “Achillesferse” eben.

 

Die Aufgabe der Achillessehne - und weshalb es ihr nicht immer gut geht

 

Die Achillessehne verbindet das Fersenbein (Calcaneus) mit der Wadenmuskulatur und ist 15 bis 25 Zentimeter lang. Über sie ist eine Plantarflexion (Streckung des Fusses zur Fusssohle hin) im oberen Sprunggelenk möglich - so zum Beispiel beim Gehen während der Abstossphase oder beim Zehenspitzenstand. Essentiell hierbei ist die Kraftübertragung. Die Sehne wird besonders im Sport mit einem Vielfachen des Körpergewichtes belastet [1].

 

Eine Übersichtsstudie hat ergeben, dass aus einer körperlich aktiven Population zu einem bestimmten Zeitpunkt rund sechs Prozent der Personen Probleme mit der Achillessehne hatten [2]. Wie kommt es, dass eine so starke Sehne so oft Probleme macht?

 

In der Literatur [3] werden verschiedene Aspekte diskutiert:

  • Chronische Fehlbelastungen (z.B. durch falsche Schuhe, einen fehlerhaften Laufstil oder muskuläre Dysbalancen hervorgerufen) können die Achillessehne reizen. [4]

  • Bei Überbelastungen (zu hohe Intensität oder zu grosser Trainingsumfang) ist die Achillessehne den Beanspruchungen nicht gewachsen und reagiert pathologisch. [5]

  • Wiederholte Mikrotraumata können zu einer Schädigung der Achillessehnenstruktur führen.

  • Weitere Faktoren wie Alter, Geschlecht, Krankheiten und genetische Disposition werden ebenfalls als mögliche Ursachen für Achillessehnenbeschwerden angegeben. [6]

Wie sehen die möglichen Massnahmen aus?

 

Aus diesen Ursachen ergeben sich entsprechend die Massnahmen:

  • Belastung reduzieren: Intensität und Trainingsumfang minimieren, falls möglich für die Dauer der Beschwerden eine alternative Sportart wählen (z.B. Velo statt Joggen, Aquajogging)

  • Biomechanik verbessern: Lauftechnik analysieren und verbessern, Anwendung von Schuheinlagen

  • Schuhberatung: Achtung – beim Schuhwerk ist die Stabilität wichtiger als die Dämpfung! (Mehr dazu im nächsten NUMO-Newsletter.)

  • Arztkonsultation zur genauen Diagnosestellung

  • Gegebenenfalls Physio- oder Stosswellentherapie

Ein langwieriger Prozess - wir helfen dabei

 

Oft bauen sich die Achillessehnenbeschwerden langsam auf. Erst macht sich lediglich ein Anlaufschmerz bemerkbar. Erst später werden die Beschwerden länger anhaltend und sind auch im Alltag spürbar. Die Achillessehne ist bradytroph, das heisst, dass sie einen sehr langsamen Stoffwechsel vorweist. Die Ernährung der Sehne geschieht über Diffusion aus umliegendem Gewebe. Dies hat zur Folge, dass der Heilungsprozess sehr langsam ist und mindestens drei bis sechs Monate dauert [7].

 

Die Regeneration wird dadurch zu einer langwierigen Sache. Es ist wichtig, frühzeitig zu handeln und die Beschwerden nicht zu lange zu ignorieren, da die Gefahr einer chronischen Achillessehnenentzündung besteht. Schieben Sie daher Massnahmen gegen die Beschwerden nicht auf die lange Bank! Reagieren Sie rechtzeitig und kommen Sie zu NUMO.

 

Wir führen eine Gang- oder Laufanalyse durch, um in allen Phasen des Schrittes die Biomechanik und somit die Belastung ihrer Achillessehne zu eruieren und die Ursache für Ihre Achillessehnenprobleme zu finden. Allfällige Abweichungen können sehr gut mit einer individuell auf Sie angepassten NUMO-Schuheinlage korrigiert werden. Ausserdem beraten wir Sie gerne bezüglich geeigneten Schuhwerkes und geben Tipps zu Ihrer Lauftechnik.

 

Lassen Sie die Probleme mit Ihrer Achillessehne nicht zum Mythos werden - kommen Sie zu NUMO!

Literaturverzeichnis

[1]    E. Wallenböck, O. Lang, P. Lugner. Stress in the achilles tendon during a topple-over movement in the ankle joint. Journal of Biomechanics. Sept 1995;28(9).

[2]     Wang Y, Zhou H, Nie Z, Cui S. Prevalence of Achilles tendinopathy in physical exercise: A systematic review and meta-analysis. Sports Med Health Sci. 2022;4(3):152-159. Published 2022 Mar 28. doi:10.1016/j.smhs.2022.03.003

[3]     Karin Grävare Silbernagel, Shawn Hanlon, Andrew Sprague; Current Clinical Concepts: Conservative Management of Achilles Tendinopathy. Journal of Athletic Training. 1 May 2020; 55 (5): 438–447. doi: https://doi.org/10.4085/1062-6050-356-19

[4]     M. Wünnemann, D. Rosenbaum. Chronische Tendinopathie der Achillessehne - ein multifaktorielles Beschwerdebild. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. 2009; 60(11): 339-344. Online verfügbar: https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2009/heft-11/chronische-tendinopathie-der-achillessehne-ein-multifaktorielles-beschwerdebild/

[5]     Leadbetter WB. Cell-matrix response in tendon injury. Clinics in Sports Medicine. 1992 Jul;11(3):533-78. PMID: 1638640.

[6]     Magnan B, Bondi M, Pierantoni S, Samaila E. The pathogenesis of Achilles tendinopathy: a systematic review. Foot Ankle Surgery. 2014 Sep;20(3):154-9. doi: 10.1016/j.fas.2014.02.010. Epub 2014 Mar 12. PMID: 25103700.

[7]     L. Weisskopf. Achillessehnenpathologien. CME-Verlag. Online verfügbar: https://www.cme-kurs.de/kurse/achillessehnenpathologien/ [Letzter Zugriff am 27.02.2024]


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4. Symposium Mental Health und Physiotherapie


Die Physiotherapie im Bereich Mental Health hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. In der Praxis ist das Bewusstsein für klinische Herausforderungen im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit gestiegen. Auf dieser Grundlage wurden verschiedene Projekte zur Verbesserung der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit stressbezogenen Problemen oder psychischen Erkrankungen ins Leben gerufen.

 

Neue Erkenntnisse aus der Forschung haben Innovationen hervorgebracht und bieten vielversprechende Möglichkeiten. Diese positiven Entwicklungen bringen jedoch auch Herausforderungen mit sich. Bestehende Systeme verändern sich, und die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sind gefordert, die Innovationen mitzugestalten oder mit den laufenden Entwicklungen Schritt zu halten.

 

Wie können wir diese vielversprechende Ausgangslage zur Weiterentwicklung des Fachbereichs nutzen? Was bedeutet es, Innovationen zur Weiterentwicklung der Physiotherapie im Bereich Mental Health in der Praxis, Lehre und Forschung zu initiieren und auch gegen Widerstände voranzutreiben? Dieses Symposium möchte die vielversprechenden Handlungsfelder aufzeigen und auch die Perspektive der Innovatoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.

 

Das Universitätsspital Basel freut sich auf Eure Anmeldungen! 



Organisationskomitee

Guido Perrot und Peter Suter (Universitätsspital Basel)

Norbert Hindenberg (Inselspital, Universitätsspital Bern)

Maurizio Trippolini und Dörte Watzek (Berner Fachhochschule)

Emanuel Brunner (Ostschweizer Fachhochschule St. Gallen)

Nicolas Kahrmann (Psychiatrische Universitätsklinik Zürich)


Preis

CHF 120.– / Studierende: CHF 60.–

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Thema:

"Vieles steht und fällt mit der Bewegung."

 

Eine Publireportage von Guido Perrot (Leiter Therapien am Universitätsspital Basel) aus dem Regio Aktuell 3/24. 

 

 

In der heutigen Zeit, in der Gesundheit und Wohlbefinden im Mittelpunkt stehen, möchten wireine besondere Perspektive hervorheben, die oft übersehen wird: die Rolle der Physiotherapie bei der Behandlung von Tumorerkrankungen.

 

In unserem neuesten Blogbeitrag präsentieren wir einen aufschlussreichen Artikel aus dem Universitätsspital Basel, der die transformative Kraft der Bewegung und spezifischer Therapien in den Fokus rückt.

 

Der Leiter der Therapien am Universitätsspital Basel, Guido Perrot (Ehrenpräsident SART), teilt wertvolle Einblicke darüber, wie eine angepasste Physiotherapie nicht nur die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten vor und nach Operationen verbessern kann, sondern auch in verschiedenen Stadien der Tumorerkrankung eine zentrale Rolle spielt.

 

Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit und wie individuell angepasste Therapiepläne zu einer effektiven Behandlung beitragen können. Taucht mit uns in eine Welt ein, in der Bewegung mehr als nur eine Form der Rehabilitation ist – sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Heilung und des Wohlbefindens. Lasst uns gemeinsam die Bedeutung der Physiotherapie in der Onkologie neu entdecken.

Thomas Balke (Vorstand SART)

 

 

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