Chronische Erkrankungen

Lebensphasen und chronisch-degenerative Erkrankungen


In allen Lebensphasen benötigt der Körper aktiven Schutz vor chronisch-degenerativen Erkrankungen durch systematische vielseitige körperliche Anstrengung

 

Junger Lebensabschnitt:

 

Wir sind jung und voller Elan. Wir fühlen uns stark, fit und gesund. Wir sind der Meinung, dass unser Körper eine gute Funktions- und Leistungsfähigkeit hat. Vielleicht sind wir sportlich aktiv aber auch ohne sportliche Aktivitäten sind wir von Einschränkungen der Leistungsfähigkeit und chronischen Erkrankungen, die später im Leben, also aus heutiger Sicht „im Alter“ auftreten, meilenweit entfernt. Das Alter von 40 Jahren und erst recht von 50 oder 60 Jahren ist unbegreiflich weit entfernt.

Weil wir jung sind, sind in dieser Zeit unsere Körperreserven sehr groß. Dies ist „als Privileg der Jugend“ selbst ohne „ausreichende“, die gesunde Körperstruktur und damit die gesunde Körperfunktion erhaltende körperliche Anstrengung der Fall. Wir können und wollen uns auch nicht vorstellen, dass diese Reserven irgendwann nicht mehr ausreichend zur Verfügung stehen werden. Dies wird aber in einigen, dann für uns in unglaublich wenigen Jahren der Fall sein!!

Aber es ist eine Tatsache, dass wir in unserem „heutigen jungen Alter“ das Fundament dafür bauen, ob wir später, in einem heute noch nicht vorstellbaren Altersabschnitt, an einer chronischen Erkrankung leiden werden. Mit dieser Tatsache sollten wir uns beschäftigen und dies auch ernst nehmen. Hat sich über sehr viele Jahre eine chronische Erkrankung einmal entwickelt und sie wird dann durch ihre „Spätsymptome“ für uns erkennbar, dann müssen wir im gesamten weiteren Leben damit zurechtkommen.

Inzwischen ist auch der Beweis angetreten, dass die körperliche Verfassung am Ende des 2. Lebensjahrzehnts, gegeben durch die konditionellen Fähigkeiten Ausdauer und Kraft, über das Risiko für chronisch degenerative Erkrankungen 20 – 40 Jahre später entscheidet (Crump et al. 2016).

 

 

 

Wolfgang Laube

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Kommentare: 2
  • #1

    Urs Geiger (Mittwoch, 08 März 2017 17:35)

    Lieber Wolfgang, ich freue mich sehr, über diesen modernen Kommunikationsweg wieder von dir zu hören! Als direkt Angesprochener, an der Schwelle zum Rentenalter erlebe ich nun selbst die unausweichlichen Vorkommnisse im alternden Körper. Es erfüllt mich aber mit einer gewissen Genugtuung, dass mich von den vielen genannten Szenarien auf den verschiedenen sensomotorischen Etagen, gegenwärtig nur eine mono artikuläre (schmerzhafte) Behinderung des rechten Kniegelenkes einschränkt. Nur soviel, um deine auf den Punkt gebrachte Schlussfolgerung "es gibt keine Konservierung und kein Vorhalten von gesunden Strukturen" zu untermauern: angepasste Beanspruchung ist zu einer unumgänglichen Notwendigkeit geworden. Gesundheitssport hat als nebenwirkungsfreie Therapie den leistungsorientierten Sport endgültig abgelöst. Bewegungssport ist nun leistungsfrei und nach innen gerichtet. In diesem Sinne freue ich mich bereits auf deinen nächsten Beitrag!
    Mit gesundheitssportlichen Grüssen
    Euer Urs

  • #2

    Wolfgang Laube (Donnerstag, 09 März 2017 17:46)

    Lieber Urs,
    vielen Dank für Deine Antwort und das Du Deine Erfahrung mitgeteilt hast.
    Insbesondere in den späteren Lebensabschnitten melden sich die Zeichen chronisch degenerativer Erkrankungen wie z.B. Arthrosen, dessen Krankheitsverlauf über einen sehr, sehr langen Zeitraum im Verborgenen war. Diese Symptome sind Spätsymptome der Erkrankung, wie es bei allen chronisch degenerativen Erkrankungen ist. Dies betrifft das Stütz- und Bewegungssystem, das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Nur die Funktion, also ein wirksames Training kann diese Entwicklungen verzögern aber auch die Symptome durch eine verbesserte sensomotorische Stabilisation lindern oder auch sogar unterbinden. Dann ist die Arthrose da, sie geht nicht mehr zu heilen, aber der "klinische Gesundheitszustand" gesichert.
    Gesundheitssport mit ausreichender Dosierung und Regelmäßig ist das non plus Ultra.
    Wolfgang